Sie versprachen Fernseher und verschickten Schlüsselanhänger. Wegen Millionen-Betrugs mit angeblichen Produkttests hat das Landgericht Lüneburg den 39 jährigen Jörg R. zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.
Seine frühere Ehefrau Claudia R. erhielt am zwei Jahre auf Bewährung. Über das Internet und eigene Callcenter hatten die beiden hochwertige Elektronik zum Testen angeboten.
Die Geräte sollten die Tester am Ende behalten dürfen – gegen eine Gebühr von bis zu 96 Euro. Doch statt Handys und TV-Geräten bekamen sie Sekundenkleber oder Schlüsselanhänger.
Laut Anklage soll das Paar aus Reppenstedt bei Lüneburg mit dieser Masche von Januar 2006 bis Dezember 2007 mindestens drei Millionen Euro von mehr als 36000 ahnungslosen Opfern kassiert haben. Die Kammer erkannte darin gewerbsmäßigen Betrug.
Es soll in Wirklichkeit nicht einen einzigen Auftrag für das angebliche Verbraucher-Analyseinstitut gegeben haben.
Der 39-Jährige soll die Geschäfte noch fortgesetzt haben, als der seit mehr als einem Jahr andauernde Prozess schon lief. Er schaltet sogar ein Inkassounternehmen ein. Allein 2011 soll er dabei noch rund 900.000 Euro eingetrieben haben.
Nebenjobs, die Tageszeitungen sind voll davon. Nicht alle Jobangebote sind auch immer seriös. Besonders begehrt sind sogenannte Jobs als Produkttester.
Doch Vorsicht, statt Produkte zu testen haben sie unversehens ein Zeitschriftenabo abgeschlossen, und Sie sitzen in der Zahlfalle.
Statt Geld zu verdienen, müssen Sie noch welches bezahlen.
Die Verbotenen Werbeanrufe gehen munter weiter.
Seit August 2009 ist Telefonwerbung ohne Einverständnis verboten, doch geändert hat das wenig. Millionengewinn, Superchance, Gewinngarantie – wer solche Worte am Telefon hört, sollte besser schnell auflegen. Zu gewinnen gibt es bei solchen Anrufen in der Regel nichts. Stattdessen kann man viel verlieren: Daten, Kontonummern und Geld.
Kaum kassiert die Ascor Media Limited eine einstweilige Verfügung für unerwünschte Werbeanrufe im Namen der “Forschungsgruppe Profana”, schon zeigt sich umgehend wie professionell sich die Abzocker auf solche “Eventualitäten” vorbereitet haben.
Der Nachfolger von Profana nennt sich nun”Gesellschaft für Markt + Konsum Forschung”
Wie dem Impressum unter Gfmkf.de zu entnehmen ist, zeichnet sich jedoch nicht die Ascor Media Ltd., sondern jetzt die EuMedien GmbH verantwortlich.
Wenn Sie sich jetzt fragen sollten was das denn nun mit der Ascor Media Ltd. zu tun hat, so nimmt die EuMedien GmbH selbst Bezug darauf:
Mit Wirkung vom 25.02.2010 übernimmt die EuMedien GmbH das Produkt Gesellschaft für Markt + Konsumforschung von der Ascor Media Ltd..
Die EuMedien GmbH führt das Angebot wie gewohnt weiter. Aufgrund langjähriger Erfahrungen im Bereich der Verbraucheranalysen handelt es sich bei der EuMedien GmbH um den idealen Partner für die reibungslose Fortführung dieses Angebotes. Die Ascor Media Ltd. bedankt sich bei allen aktiven Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen.
Selbstverständlichwerden alle Verträge, auch wenn die Zahlung an die Ascor Media Ltd. erfolgte von der EuMedien GmbH entsprechend weiter geführt!
Zukünftige Zahlungen leisten Sie bitte direkt an die EuMedien GmbH.
Vielen Dank an Adrian Fuchs von “abzocknews.de” für die gründliche Recherche. Mehr Informationen bekommen sie bei abzocknews.de
Der “Forschungsgruppe Profana” wurden jetzt unerwünschte Werbeanrufe gerichtlich untersagt!
Wenn sich die Firma nicht daran hält, drohen der Ascor Media Ltd. und deren Geschäftsführer, Daniel Michanikl, Ordnungsgeld oder Ordnungshaft.
Wie wir schon im letzten Jahr berichtet haben, hatten sich bei der Verbraucherzentrale Berlin zahlreiche Verbraucher über die telefonische Belästigung durch die Ascor Media Ltd. beschwert. Wir errinnern uns an einen Beitrag von Akte 2010 über diese dreiste Telefonabzocke.
“Wenn die Firma weiterhin Verbraucher anruft oder anrufen lässt, die ihr das vorher nicht ausdrücklich erlaubt haben, werden wir die Verhängung eines Ordnungsgeldes, ersatzweise einer Ordnungshaft beantragen. Sehr fragwürdig ist nach unserer Auffassung auch das Versprechen, den Angerufenen Elektronik- und Elektrogeräte aller Art im Rahmen einer angeblichen Forschungsreihe kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wir haben erhebliche Zweifel, dass die Firma entsprechende Forschungsaufträge hat und die Produkte zur Verfügung stellen kann und will. Es widerspräche allen unseren Erfahrungen, und keiner der Beschwerdeführer hat je ein Gerät gesehen, dafür aber Rechnungen und Mahnungen.”
so Susanne Nowarra, die zuständige Juristin bei der Verbraucherzentrale.
Die Verbraucherzentrale rät allen Betroffenen zum Widerruf und zur Strafanzeige, denn es besteht der Verdacht des Betruges. Außerdem bittet sie, ihr unerwünschte Anrufe, die ab jetzt erfolgen, postalisch oder unter telefonwerbung@vz-bln.de mitzuteilen. Darüber hinaus steht den Betroffenen die telefonische oder persönliche Rechtsberatung der Verbraucherzentrale zur Verfügung.
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