Die Welt auf Pump- Reißen uns die Schulden in den Abgrund?

Es ist eine verrückte Welt: Jährlich werden Güter und Dienstleistungen im Wert von über 56 Billionen Euro produziert. Die Umsätze der Börsen mit Aktien sind geringfügig geringer.

Doch unglaubliche 810 Billionen Euro bewegen die Devisenhändler, und auf den hoch-riskanten Derivatemärkten werden jährlich 569 Billionen Dollar umgesetzt.

Wie wurde die Welt zum finanziellen Tollhaus? Darauf gibt es Antworten, die gar nicht so kompliziert sind. Und Fragen in die Zukunft: Kommen die Industriestaaten je wieder raus aus den Schulden? Deutschland, die USA, Japan? Kommt der große Crash? Gibt es eine Hyperinflation? Hilft nur noch ein Schuldenschnitt? Wer bezahlt am Ende die Zeche?

Die Dokumentation von Tilman Achtnich und Hanspeter Michel, führt zu den Personen, die mit den Schulden kämpfen: zum Stadtkämmerer von Oberhausen, der deutschen Schuldenhochburg. Zu einer Familie in den USA, der die Bank zwei Drittel ihres Einkommens für Zins und Tilgung des Hauskredits abnahm.

Zu einem früheren schwäbischen Banker, der sich fragt, wie Verantwortung, Moral und Augenmaß in der entfesselten Finanzwelt unter die Räder gekommen sind. Die Welt auf Pump ist kein Naturereignis – sie ist die Konsequenz einer entfesselten Finanzbranche und vieler menschengemachter Fehler.


Aufstand der Ökonomen: Breitseite gegen Bundeskanzlerin

Die Beschlüsse des Europäischen Rates vom vergangenen Freitag waren der Tropfen, die das Fass zum Überlaufen brachten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die anderen Staatslenker der EU beschlossen unter anderem, dass künftig auch Banken durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus Geld erhalten könnten.

Wie nun die “sueddeutsche” berichtet, sollen sich deshalb- nach dem EU-Gipfel und-  vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über den geplanten Rettungsfonds ESM, 170 angesehene deutschsprachige Wissenschaftler in einem offenen Brief direkt an die “lieben Mitbürger” gewandt haben.

Das Ziel:

Sie sollen ihre Sorgen den jeweiligen Wahlkreis-Abgeordneten vortragen: “Unsere Volksvertreter sollen wissen, welche Gefahren unserer Wirtschaft drohen.”

“Haltet inne”, schreiben die Wissenschaftler und warnen:

“Ihr führt uns ins Verderben.”

Weiter kritisieren sie die Entscheidungen der Kanzlerin bei dem EU-Gipfeltreffen, Banken demnächst auch unter den Rettungsschirm zu stellen.

Anders als sonst, reagierte Merkel auf dieses Schreiben sofort. Sie betont, dass man den Banken gegenüber keine Verpflichtungen habe.

Die Wissenschaftler überzeugt das nicht und sie sprechen von einer “naiven” Haltung der Politik.

Quelle: sueddeutsche zeitung

Euro-Rettung: Brüssel will deutsche Einlagensicherung plündern

Beim Verhandlungsgipfel zum ESM in der letzten Woche stand ebenfalls ein Thema auf der Agenda, bei dem es um nichts anderes ging, als den uneingeschränkten Griff der EU ins Portemonnaie der deutschen Sparer.

Genauer geht es um die Einrichtung einer so genannten EU-Einlagensicherung, welche in Brüssel diskutiert wurde, aber bei den Verhandlungen zur ESM Ratifizierung auf Druck Angela Merkels vorerst von der Diskussion ausgenommen wurde.

Im Endeffekt würde dieser Beschluss Brüssel dazu befähigen, die Spareinlagen der Sparkassenverbände und damit die Sparguthaben der deutschen Bürger anzuzapfen und zum Schutz der europäische Einheitswährung heranzuziehen.

Gegen diese Begehrlichkeit wehren sich vor allem die Sparkassen, denn bei ihnen sind fast 48 Prozent der Guthaben von Verbrauchern und Unternehmen deponiert – so viel wie bei keiner anderen Bankengruppe. Der heftige Protest der Sparkassen entlarvt, was hinter der wohlklingenden Brüsseler Parole von der Bankenunion steckt.

Es geht dabei nicht nur um eine zentrale Aufsicht über die Finanzbranche, sondern auch um die Vergemeinschaftung von Risiken.

Das Finanzpolster, das deutsche Geldinstitute zur Sicherung der Guthaben von Unternehmen und Privatkunden aufgebaut haben, soll die Schockwellen der europäischen Bankenkrise abfedern.

Quelle: wiwo