Die Lüge vom Fachkräftemangel: Lohndrückerei

Laut dem Verband der Deutschen Ingenieure gibt es derzeit 105.700 offene Stellen für Hochqualifizierte in Deutschland und damit eine eklatante Lücke auf dem Arbeitsmarkt.

Doch Hochschulabsolventen klagen zunehmend darüber, dass die Betriebe Bewerber gezielt abwimmeln.

Die Politik versucht seit Jahren, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Einstellungshindernisse zu beseitigen.

Zu den Maßnahmen gehören die Förderung von Leiharbeit oder Hilfen für weibliche Bewerber, um in technischen Berufen Fuß zu fassen.

Die Unternehmen schreiben Stellen aus, die es so noch gar nicht gibt. Damit wollen sie den Markt sondieren und sehen, wer sich potenziell bewerben würde.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und Mitarbeiter in Arbeitsagenturen widersprechen indes dem angeblichen Fachkräftemangel.

Leiharbeitsfirmen sprießen seit vielen Jahren wie Unkraut aus dem Boden und vermitteln Arbeitssuchende zur Umgehung des Kündigungsschutzes und der Tarifverträge an Firmen zu Dumpinglöhnen weiter.

Arbeitgeber versuchen mit Leiharbeit und Lohndrückerei, ihre Kosten zu senken.

Es muss sich was ändern, nicht nur in den Köpfen der Politik auch auf  Seiten der Wirtschaft.

Quelle: Welt.de

Unseriöse Nebenjobs

Millionen von Arbeitssuchenden durchforsten täglich die Stellenanzeigen auf der Suche nach einem Job oder Nebenjob. Doch nicht immer sind die dort angebotenen Stellen auch seriös.

-Ossi: Minderheitendiskriminierung?

Die Randnotiz auf einer abgelehnten Bewerbung stand im Mittelpunkt eines Diskriminierungs-Prozesses  und wird jetzt zum kuriosen Trend: Die Aufschrift “Minus-Ossi” ziert nun T-Shirts. Vertrieben werden die Produkte über das Internet.

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Ein Internethändler aus Bielefeld bietet Shirts mit dem Audruck “Minus-Ossi” neuerdings im Netz an.

Die Bezeichnung “Minus-Ossi” stammt aus einem Diskriminierungs-Prozess, der am vergangenen Donnerstag am Stuttgarter Arbeitsgericht verhandelt wurde. Eine Buchhalterin ostdeutscher Herkunft hatte ein schwäbisches Unternehmen verklagt, bei dem sie sich beworben hatte und abgelehnt wurde. Der Arbeitgeber hatte der 49-Jährigen die Bewerbungsunterlagen zurückgeschickt – und auf dem Lebenslauf notiert: “(-) Ossi”.

Für die Klägerin war dies ein klares Indiz für eine ethnische Diskriminierung ihrer Herkunft. Die Richter gaben der Klägerin am Donnerstag nur insofern Recht, dass der Vermerk als diskriminierend verstanden werden könne. Er falle aber nicht unter die gesetzlich verbotene Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft. “Ossis” seien kein eigener Volksstamm. Die Klägerin kann nun in Berufung gehen.

Ob die Klägerin mit der jetzigen Vermarktung einverstanden oder sogar daran beteiligt ist, war am Freitag nicht zu erfahren. Der Internethändler war telefonisch nicht erreichbar.

Quelle: Spiegel.de

Update zu: Bewerbung abgelehnt weil “Ossi”?

ossiDas Arbeitsgericht Stuttgart hat die Klage einer Frau, die angeblich wegen ihrer ostdeutschen Herkunft bei einer Bewerbung abgelehnt wurde, zurückgewiesen. Der Vermerk “Ossi” auf Bewerbungsunterlagen könne zwar als diskriminierend angesehen werden.

Da Ostdeutsche aber keine eigene ethnische Gruppe seien, habe die Klägerin auch keinen Anspruch auf Entschädigung nach dem Gleichbehandlungsgesetz, entschied das Gericht am Donnerstag.

Die Gemeinsamkeit ethnischer Herkunft kann sich laut Gericht zwar in Tradition, Sprache, Religion, Kleidung oder in gleichartiger Ernährung ausdrücken. Außer der Zuordnung zum ehemaligen DDR-Territorium fehle es bei den “Ossis” aber an diesen Merkmalen, zumal die DDR nur wenig mehr als eine Generation, nämlich 40 Jahre lang, eine von der Bundesrepublik unterschiedliche Entwicklung genommen habe.

Quelle: Stern.de

Bewerbung abgelehnt weil “Ossi”?

ossiEine 40 Jährige Frau bewarb sich auf eine Stelle als Buchhalterin. Sie erhielt per Post ihre Bewerbungsunterlagen nebst Anschreiben zurück. Das Anschreiben der Ablehnung war ganz normal verfasst, man entschuldigte sich für die Absage und wünschte noch viel Glück bei der weiteren Suche einer Arbeitsstelle.

Doch die gebürtige Ostdeutsche fand noch einen seltsamen Vermerk auf ihrem Lebenslauf:  “(-) Ossi” . Anscheinend ein interner Vermerk für einen Ablehnungsgrund. Doch für die Bewerberin ist dieser Vermerk diskriminierent: Sie schließt aus dem Vermerk mit dem Minus Zeichen, dass der Grund für die Ablehnung die Herkunft aus Ostdeutschland ist.

Die Buchhalterin zieht deswegen nun vors Arbeitsgericht. Denn die Klägerin ist der Auffassung, dass ihre Herkunft aus Ostdeutschland ein eindeutiger Nachteil auf dem Arbeitsmarkt ist. Das sei eine Diskriminierung. Zunächst muss allerdings geklärt werden, ob

“Ossis” einen eigenen “Volksstamm”

darstellen. Erst dann kann sich die Klägerin auf das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) beziehen. Ziel des AAG ist es Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Am kommenden Donnerstag wird über den Fall entschieden. Bekommt die Klägerin Recht, so stehen ihr als Ausgleich drei Monatsgehälter zu.

Quelle: gegen-hartz.de