Nazi-Netzwerk:Stille Post aus dem Knast
Neonazis in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld/Hessen ist es gelungen, bundesweit Kontakte zu inhaftierten Gesinnungsgenossen aufzubauen – unbemerkt von der Justiz. Ein Neonazi-Netzwerk in hessischen Gefängnissen hat aber nicht nur Kontakt zum Umfeld der Terrorzelle NSU gesucht.
Es gab Versuche, direkt an Beate Zschäpe zu schreiben, wie Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) am Mittwoch mitteilte. Als hessische Justizbeamte vor einigen Wochen die Zellen rechtsextremer Häftlinge durchsuchten, fanden sie Hinweise auf ein Neonazi-Netzwerk, das bundesweit in deutschen Gefängnissen gespannt werden sollte.
Bernd T., einer der Netzwerker, ist ein wegen Totschlags verurteilter Skinhead, der militante Gruppen anführte und Kontakte zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) gehabt haben soll.
Aussteiger aus der Neonazi-Szene berichten, dass Justiz und Politik nicht nur wegschauen, wenn Rechtsextreme Kassiber in Gefängnisse hinein- und aus Haftanstalten herausschmuggeln.
Einige Wärter würden sogar mit den inhaftierten Neonazis sympathisieren.
Frontal21 über braune Gefängnisnetzwerke und ihre Helfer.
Mai 16, 2013
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