Wenn das Sandmännchen auf sich warten lässt: Jeder vierte leidet unter Schlafstörungen

Schlecht einschlafen, nicht durchschlafen, morgens zu früh aufwachen: Jeder vierte Niedersachse leidet laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) an Schlafstörungen.

Mehr als 7.900 Niedersachsen mussten im letzten Jahr deshalb sogar stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Besonders betroffen sind Menschen ab dem 50. Lebensjahr: Sie machten mehr als 70 Prozent der rund 23.400 Behandlungsfälle der letzten drei Jahre aus.

Stress der Schlafkiller Nr.1

Der wohl häufigste Grund für Ein- oder Durchschlafstörungen ist Stress. Durch Stress wird der Körper in einen Erregungszustand versetzt, in dem er nicht die notwendige Ruhe findet, um einschlafen zu können.

So können etwa Konflikte in der Partnerschaft sowie berufliche oder finanzielle Probleme zu schlaflosen Nächten führen – vor allem dann, wenn man nicht in der Lage ist, diesen Stressor selbstständig zu bewältigen und mit der Situation überfordert ist. Weitere Ursache kann der übermäßige Verzehr von Genussmitteln wie Alkohol, Kaffee und Nikotin sein.

Ältere Menschen sind hingegen häufig von einer vorverlagerten Schlafphase betroffen. Aufgrund einer frühen Müdigkeit gehen sie schon zeitig ins Bett und erwachen völlig ausgeschlafen mitten in der Nacht.

Erholsames Schlafen

Oftmals sind es auch Erkrankungen, die im Alter zu einem gestörten und nicht erholsamen Schlaf beitragen können. Personen mit anhaltenden Schlafstörungen sollten grundsätzlich einen Arzt aufsuchen, der sie untersucht und gegebenenfalls behandelt.

Warum müssen wir überhaupt schlafen? Niemand kann diese Frage eindeutig beantworten. Vielleicht hat die Natur dies im Laufe der Evolution so eingerichtet, um dunkle inaktive Nachtzeiten zu überbrücken. Davon gehen jedenfalls einige Wissenschaftstheorien aus.

“Klar ist, dass der Schlaf, so wie wir ihn subjektiv erleben, der Erholung dient”, sagt Schlafforscher Prof. Dr. Dieter Riemann. Möglicherweise hängt dies vor allen Dingen mit der Menge des Tiefschlafs in der Nacht zusammen, die ein Organismus bekommt.

Der Diplom-Psychologe leitet die Sektion “Klinische Psychologie und Psychophysiologie/Schlafmedizin” in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Freiburg. Dort wird seit Jahren ein klinisch-wissenschaftliches schlafmedizinisches Zentrum betrieben.

Im Rahmen der Aufgaben werden wissenschaftliche Untersuchungen, vor allen Dingen zu Veränderungen des Schlafes bei psychischen Erkrankungen, durchgeführt. Zudem gibt es eine Schlafambulanz für Patienten mit Schlafstörungen. In diesem Labor werden Ursachen für diese Störungen geklärt, um dann eine adäquate Therapie einzuleiten.

 Das Immunsystem schlafend auftanken

Stoffwechsel und Kreislauf verhalten sich im Schlaf anders als im Wachzustand. Das ist wichtig für die Gesundheit, denn der Körper verfügt im Schlaf über eine stärkere Abwehr gegen virale und bakterielle Infektionen.

Umgekehrt: Wird die Tiefschlafphase unterdrückt, kann dies das Immunsystem in seiner Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. “Befunde aus der experimentellen Forschung zeigen, dass gerade in der Tiefschlaf-Phase wichtige Prozesse ablaufen, die das Immunsystem regulieren”, so Prof. Dr. Riemann.

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