Gasanbieter extraenergie: Garantie, die keine ist

Immer wieder gibt es Beschwerden über den Strom- und Gasanbieter “extraenergie”. Das Unternehmen mit den Marken Prioenergie und Hitenergie hat offenbar Probleme mit der Kundenbetreuung.

Im März 2012 hat Markt das erste Mal über Extraenergie berichtet. Damals hieß es, es seien Einzelfälle. Einen Monat später, im April dieses Jahres gab das Unternehmen gegenüber markt zu, dass es mehr als 18.000 Kunden teilweise monatelang auf ihre Endabrechnungen und ihr Geld hat warten lassen.

Dieses Problem scheint der Energielieferant inzwischen teilweise im Griff zu haben. Doch ein anderes Problem, das gleich mehrere Kunden schildern, scheint ziemlich akut zu sein: eine kostenpflichtige Preisgarantie für den Gastarif, die gar keine ist.

Der größte Teil der Beschwerden bezieht sich dabei auf fehlende Endabrechnungen, überhöhte Abschlagszahlungen und unkorrekte Jahresabrechnungen.

Rechtsexperte Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dazu:

Ein Verbraucher hat einen Vertrag mit 24 Monaten Laufzeit und 24 Monaten Preisgarantie abgeschlossen. Die Garantie nimmt Preissteigerungen durch Mehrwertsteuer- und Energiesteuererhöhungen aus. Beides hat bisher nicht stattgefunden. Trotzdem erhält der Verbraucher nun eine Preiserhöhung nach Ablauf eines Jahres. Das ist nicht in Ordnung und rechtlich nicht gedeckt, weder durch die Geschäftsbedingungen noch durch sonstige Rechtsgrundlagen.

Jurist Schröder rät den Kunden daher:

Ich würde diese Preiserhöhung auf keinen Fall bezahlen! Da gibt es keinerlei Anhaltspunkte für irgendeine Rechtsgrundlage in den Geschäftsbedingungen. Und ich denke, das ist kein Einzelfall, das hat System und das ist absolut nicht in Ordnung. Ich kann das auch nicht nachvollziehen und nicht verstehen, wie ein Unternehmen dermaßen agieren kann. Es verdirbt sich dadurch selbst den Ruf und hält weitere Verbraucher davon ab, hier Kunde zu werden.

Per E-Mail teilt das Unternehmen mit, die Kritik zur Preiserhöhung trotz Preisgarantie sei unbegründet.

Zitat:

Nach Überprüfung der von Ihnen genannten Kunden sind wir laut aktuellem Kenntnisstand gemäß der dem Kunden übermittelten AGBs richtlinienkonform vorgegangen.Wir bedauern, dass die genannten Kunden sich nicht ausreichend informiert gefühlt haben, sind aber der Meinung, dass wir alle wesentlichen Informationen klar an den Kunden kommuniziert haben.

Quelle : WDR

Endlich schuldenfrei?

Davon träumen in Deutschland wahrscheinlich mindestens 6,5 Millionen Menschen, denn so viele gelten als überschuldet.

Fast jeder zehnte Erwachsene ist pleite und kann seine Verbindlichkeiten kaum noch zahlen. Längst leben die Schuldner nicht mehr nur am Rand der Gesellschaft, sondern mittendrin.

Längst leben die Schuldner nicht mehr nur am Rand der Gesellschaft, sondern mittendrin. Die “Story” zeigt, wie seriöse Schuldnerberater helfen können, aber auch wie unseriöse Geschäftemacher die Not der Schuldner ausnutzen.

“Eine finanzielle Pleite bedeutet Armut und soziale Ausgrenzung”, das erlebe er jeden Tag, sagt Schuldnerberater Klaus Helke. In einer Zeit, in der der Staat selber Rekordschulden macht und trotzdem “notleidende Banken” mit finanziellen “Schutzschirmen” ausstattet, sei die Wut gewachsen, stellt er voller Bitterkeit fest.

Arbeitslosigkeit, Krankheit, Selbstmordgedanken: Das Leben ist für viele Schuldner oft unerträglich. Und es gibt in Deutschland immer mehr unseriöse Beratungen, die die Notlage der Schuldner schamlos ausnutzen. “Die Geschäfte mit der Armut sind deutlich professioneller geworden”, sagt Christian Maltry vom Arbeitskreis “Geschäfte mit der Armut”, “die Politik reagiert auf diese Entwicklung nur langsam.”

Doch die Dokumentation zeigt auch Auswege aus der Schuldenfalle.

Wie Verbraucher unseriöse Kreditvermittlungen und Schuldnerberatungen erkennen können. Broschüre der Ministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Verbraucherschutz (PDF)

Viel Nepp mit wenig Drucker-Tinte

Drucker-Hersteller machen ihr Geschäft nicht nur mit den Geräten selbst, sondern auch mit den Tinten-Patronen, Tonern und anderen Verbrauchsmaterialien. Manche Tintenstrahldrucker kosten heute nur noch 40 Euro, Laserdrucker gibt es schon für 100 Euro. Mit solchen Preisen lässt sich nicht mehr viel verdienen. Also lassen sich Hersteller von Druckern einiges einfallen, um an das Geld ihrer Kunden zu kommen.

Auf Tintenpatronen oder Tonerkartuschen steht eine Zahl, die angibt, wie viele Seiten mit dem Inhalt zu drucken sind. Normalerweise wird die Seitenreichweite beispielsweise bei Tintenpatronen mit einer Farb-ISO-Norm (ISO 24712) auf einem Papierdokument gemessen. Damit werden die Reichweiten für Farb- und Schwarzpatronen bestimmt. So macht das jeder Hersteller – nur Kodak hat sich etwas anderes einfallen lassen, wie das Verbraucherportal druckerchannel.de herausgefunden hat.

Kodak gibt auf der Packung seiner Schwarzpatrone für Tintenstrahldrucker groß die Anzahl der zu druckenden Seiten mit 770 an. Diese Reichweite hat Kodak aber mit einer anderen Norm erreicht: nämlich einer für Schwarz-Laserdrucker (ISO 19752). Das macht kein anderer Hersteller. Erst im Kleingedruckten auf der Rückseite steht der Wert, der mit der gängigen Norm erreicht wurde: 440 Seiten. Diese Zahl braucht der Kunde, um sie mit der Seitenreichweite andere Patronen vergleichen zu können.